Nein sagen

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Nein sagen – darf ich das als Christ?

Grenzen setzen- eines der schwierigsten Themen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Aber warum ist das so? Jeder hat bestimmt schon mal eine Situation erlebt wo andere Menschen die eigene Grenze überschritten haben. Vielleicht der Kollege, der es als selbstverständlich ansieht, dass du immer einspringst, wenn er mal früher weg will. Oder die „ Freundin“ die immer ihr Sorgen bei dir ablädt, aber nie ein offenes Ohr für deinen Kummer hat.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Möglicherweise fällt mir das Nein-Sagen schwer, weil mir schon als Kind „eingeimpft“ wurde, dass ich immer hilfsbereit sein muss. Wenn ich nicht immer bereitstehe gelte ich in den Augen der Anderen vielleicht als egoistisch, herzlos, faul und werde von Ihnen abgelehnt. Vielleicht sehe ich es auch als meine Pflicht als guter Christ an. Der Mensch als soziales Wesen hat ein großes Bedürfnis nach Anerkennung und Bestätigung von anderen Menschen. Im Umkehrschluss heißt dies aber auch eine große Angst diese Anerkennung verweigert zu bekommen, wenn er sich mal nicht so verhält, wie sein Gegenüber es erwartet. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, seine Mitmenschen gegenüber hilfsbereit zu sein. Nur auf das richtige Maß kommt es an! Denn da wo Hingabe zur Selbstaufgabe führt, ist die Grenze eindeutig überschritten. Eine der negativen Auswirkungen vom Ja-Sagen ist, anderen Menschen generell mehr Priorität zuzuwenden als sich. Das Gegenteil davon zu machen, hat nichts mit Egoismus zu tun. Es ist vielmehr die Sorge und Pflege um sich selbst. Die Basis, um auf sich Acht zu geben.

Jeder Mensch braucht andere Grenzen um sich wohl zu fühlen. Grenzen sind immer in Bewegung, so wie sich auch der Mensch in seiner Persönlichkeit entwickelt. Und auch in verschiedenen Lebensbereichen (Schule, Arbeit, Freunde, Familie) sind die Grenzen fließend. Ich möchte Sie dazu einladen, mal nachzuspüren, in welchem Bereich Sie gerne eher Nein sagen würden und was sie bisher daran gehindert hat. Ich denke, der christliche Glaube sollte kein Grund sein, denn Jesus kann nicht gewollt haben, dass wir uns bis zur Selbstaufgabe aufopfern. Und denken Sie daran:“ Anerkennung ist ein Spiegel dessen, wie andere dich sehen, und kein Gradmesser deines Wertes“. Fortsetzung folgt!

Herzlichst Ihre Sabine Feld

Foto: Dietmar Rude

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